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Verfasst: 29 Nov 2005 12:25
von K74
Irene, einfach nur
Ich selbst bin ja gar kein so Familienmensch - ich habe gerne die Menschen um mich, die ich mag. Ob das nun Familienangehörige oder gute Freunde sind ist schlussendlich egal. Natürlich sehe ich den Rest der Familie auch mal gerne, kann aber auch recht gut darauf verzichten.
Ich denke, "DIE Familie", wie man sie noch für 50-100 Jahren bei uns gekannt hat, gibt es nicht mehr. Damals waren Familienangehörige aufeinander angewiesen, so dass an persönliche Streitigkeiten gar nicht zu denken war, das konnte man sich einfach nicht leisten. Die Familie war also auch damals schon eher eine Zweckgemeinschaft und hatte eigentlich nicht wirklich viel mit verwandtschaftlicher Verbundenheit zu tun. Mit dem Wegfall der Notwendigkeit eine derartige Zweckgemeinschaft aufrecht zu erhalten, ist auch die Großfamilie zerfallen. Man traut sich jetzt einfach, auch mal seine Meinung zu sagen, man ist ja unabhängig vom Rest der Familie. Ich glaube, unsere Gesellschaft bewegt sich hin zur sozialen Familie, so dass nicht mehr die Blutsverwandtschaft im Vordergrund steht, sondern die Bereitschaft, Verwantowrtung füreinander zu übernehmen. Das geht doch bei den ganzen Patchwork-Familien los - wer ist denn nun der Vater? Der leibliche, der (häufig) lediglich zahlt oder der nicht leibliche, der sein Leben mit den Kindern und der Mutter teilt? Und wer sind die Großeltern? Die leiblichen oder die anderen?
Unter diesen Aspekten wird es immer schwieriger, so Familienfeste wie Weihnachten, die ja traditionell bedingt sind, in der bisherigen Form aufrecht zu erhalten und mit den altgedienten "Mitspielern" zu besetzen. Vielleicht dreht sich das Rad aber auch irgendwann wieder in die andere richtung und die Familie im Sinne der Verwandten gewinnt wieder mehr an Wert, wer weiß? Eine zeitlang wollte ja niemand mehr heiraten, das war einfach out - und ist inzwischen wieder total in, inkl. weißes Kleid ung Kirche! Wie ist denn allgemein die Entwicklung in Luxemburg? Ähnlich wie in Deutschland oder ganz anderst?
LG
Kerstin....die jetzt erstmal Mittagspause macht
Verfasst: 29 Nov 2005 13:13
von Irene2
Danke für eure Knuddlers .
@ Kerstin - hier ist es ähnlich wie bei euch, die Hochzeiten boomen wieder. Es heiraten wirklich unglaublich viele, und es kommen auch wieder mehr Kinder auf die Welt. Da ich ja arbeitsmässig an der Quelle sitze, kriege ich das alles mit.
Ja, es ist teilweise schon so wie du gesagt hast - die einzelnen Familenmitglieder stehen auf eigenen Beinen und sagen mal ihre Meinung. Genau das ist unser Problem. Mein grosser Bruder und meine Schwester wurden von Kindesbeinen an immer von jedermann angehimmelt (mein Bruder wegen seiner Intelligenz und meine Schwester wegen ihres Charmes und liebreizenden (dass ich nicht lache !!) Wesens. Mein kleiner Bruder und ich waren immer die Rebellen und standen eher im Abseits. Diese Anhimmelei ist den beiden natürlich zu Kopf gestiegen und jetzt vertragen sie keinerlei Kritik mehr, fühlen sich immer im Recht, sind unfähig sich zu entschuldigen, die Gefühle anderer sind ihnen wurscht etc. Im Grund genommen sind sie nur unsicher und haben eine Menge Probleme mit sich. Naja, was soll ich ewig darüber jammern, ändern kann an eh nix weil sie nicht mit sich reden lassen und sich ja als unfehlbar ansehen. Ich könnte manchmal wirklich kot......
Verfasst: 29 Nov 2005 14:08
von Quotenmann
Oh Mensch Irene,

da kann ich verstehen, das ihr lieber alleine seit.
Bei meiner Familie trifft man sich auch jeden Tag, am 24. z.B. bei meinen Eltern, am 25. dann Kaffee und Abendessen bei Oma, am 26. dann Mittag und Kaffee bei den nächsten Verwandten und dann hat meine Schwester noch am 27. Geburtstag. Ich bin froh, das ich soweit weg lebe und es nichtmehr mitmachen muss.
Über Weihnachten wird es wohl etwas ruhiger sein, denn da sind ja fast alle bei der Familie. Am Bahnhof sind dann nur die, die keine Familie mehr haben/haben wollen. Und es könnte der ein oder andere Suizid passieren.
Silvester die Nachtschicht ist in der Regel auch ruhiger, denn da sind noch alle am feiern. Die Frühschicht am 1. ist problematisch, denn da wollen die leicht alkoholisierten heim und dan kommt es öfters zu Rangeleien.
Seit August nicht mehr zum Frisör, wie geht das? Ich muss spätestens alle 5 Wochen, und da sehe ich schon schrecklich wild aus.
Verfasst: 29 Nov 2005 14:14
von ecco
@ Thomas 
GG muss auch alle 4 Wochen unters Messer (sprich ich schneide ihm die Haare) Wenn die Haare länger sind, dann liegt immer alles kreuz und quer und sieht zum totlachen aus.
Verfasst: 29 Nov 2005 14:23
von bine18
Thomas: tja - so ähnlich sieht es bei mir auch aus. Kreuz und quer. Bei langen Haaren ist es egal ob sie alle 4 Wochen oder alle 4 Monate geschnitten werden. Nur langsam werden sie mir wieder zu lang und hängen überall im weg rum.
Eingentlich mag ich meine Familie ganz gerne. Sind aber auch nicht so viele.
Verfasst: 29 Nov 2005 14:23
von Quotenmann
Früher hat Kerstin mir auch die Haare geschnitten, doch ich bin etwas eigen und jetzt gehe ich zum Frisör. Und immer zur gleichen Frisörin, denn die kennt meine Haare schon und weiß was ich will.
Verfasst: 29 Nov 2005 14:27
von Quotenmann
Gegen meine Familie will ich auch nichts sagen, nur ist es anstrengend mit denen. Meine Eltern sind eigentlich an gar nichts interessiert, außer vielleicht ihrer Enkeltochter. Ansonsten ist es schwer mit denen ein Thema zu finden. Und meine Großeltern sind einfach nur lieb, und das macht die Sache auch irgendwie anstrengend. Mag aber auch an mir liegen.
Bin immer glücklich, wenn ich sie sehe, aber dann auch irgendwie nicht böse, wieder ohne sie zu sein.
Verfasst: 29 Nov 2005 14:27
von K74
Irene, das, was du aus der Zeit des Aufwachsens erzählst, ist auch so ein Problem, mit dem ich auch bei der Arbeit immer wieder konfrontiert werde. Im Endeffekt sind doch "verkorkste" Menschen ein Produkt ihrer Umwelt, häufig direkt ein Produkt ihrer Erziehung bzw. dessen, was sie in ihrer Kindheit an Verhaltensmustern gelernt haben. Aber mit dem "Ergebnis" will dann keiner mehr was zu tun haben, geschweige denn, dass die Eltern bereit wären, die Verwantwortung dafür zu übernehmen. Wir haben das ganz häufig mit Schulabbrechern oder jugendlichen Kriminellen, Streunern etc. Die Eltern verurteilen deren Lebenswandel, setzten sie vor die Tür, schmeißen sie zu Hause raus und fühlen sich nicht mehr zuständig - dabei ist es doch in der Regel das Elternhaus, das durchaus mit verantwortlich für die "Karriere" der Sprößlinge ist. Natürlich ist es nie schön, sich Fehler oder Unzulänglichkeiten einzugestehen, aber sich einfach aus der Verantwortung zu stehlen, in dem man alle Schuld von sich los sagt, auf einmal "kein Kind mehr hat" und die Kinder (weiterhin?) im Regen stehen lässt, ist mir zu einfach.

Ich weiß, ich hab gut reden, ich war bislang nie in einer derartigen Situation und kann natürlich nur hoffen, dass ich es irgendwann "besser" mache mit unseren Kindern. Naja, und wenn dann doch alles zu spät ist, kann man nur noch Schadensbegrenzung versuchen und eine Ebene finden, auf der man weiterhin miteinander umgehen kann
Bine, Frisör? Naja, bei langen Haaren ist's ja nicht so schlimm, wenn man nicht regelmäßig geht....und die Farbe machst du ja eh selbst, oder?
Ecco, du schneidest Gerhard selbst? Nur Langhaarschneider oder so richtig mit Scheere und Kamm?
LG
Kerstin
Verfasst: 29 Nov 2005 14:29
von Irene2
Habt ihr Lust auf ein kleines Rätsel mit dem Titel "wer oder was ist das?" bin grad selber überrascht worden - wenn ihr am PC Filme sehen könnte dann mail ich es euch gleich rüber....