Bin irgendwie seit ca. 2 Tagen ein einziges Heulbündel
Keine Ahnung warum.
Habe heute so auf dem Sofa rumgegammelt, hatte auf der linken Seite Schmerzen dass es kracht. Aber nicht andauernd, sondern so wellenförmig, oder wie Krämpfe, aber doch ein bissl anders. Ist aber glaube ich normal. Sind halt doch ein paar Eiebläschen drin, hoffentlich sind auch Eier da drin und nicht eine leere Kinderüberraschung.
Habe bei fast jeder Reportage oder irgeneinem Film, war nicht mal ne Schnulze, dagesessen und geheult und ich wußte nicht einmal warum. Die Tränen sind einfach so gelaufen und Goran hat mich ganz lieb in den Arm genommen und die Tränen abgeküsst und gesagt, daß das sicher die Hormone sind und daß er mich ganz ganz arg liebt und daß wir das beide zusammen überstehen.
Habe dann gleich nochmehr geheult, weil es so gutgetan hat und er sooo liebevoll und verständnisvoll ist.
Habe den besten Mann der Welt.
Habe zwar so gut wie alles was ihr geschrieben gehat gelesen, aber irgenwie funktioniert grad gar nichts in meinem Kopf.
Wollte nur mal meinen momentanen Zustand beschreiben und fragen, ob ihr auch um 180 Grad anders ward als normalerweise.
Ich bin ein total optimistischer Mensch und das mußte ich auch mein ganzes Leben sein, weil es wirklich nicht limmer so schön war wie gerade.
Von der Ehe, die ich nie wollte, als ich 20 war und von dem "Super-Ehemann", der meinte, daß er sich sein eheliches Recht mit Gewalt holt, obwohl ich wegen meiner Bandscheibenvorfälle nicht einmal in der Lage war aus dem Bett aufzustehen oder alleine aufs Klo zu laufen.
Aber er hat es gefordert und mich noch beschimpft, daß ich daliege wie ein Brett.
Habe das fast 2 Jahre mehr oder weniger ausgehalten. Aber die meiste Zeit war ich zum Glück im Krankenhaus und Reha. Habe 2 Therapien gemacht, um zu verarbeiten, wie ein Mensch einem anderen soetwas antun kann.
Die Psychologin hat gesagt, daß ich nicht so sehr viele möglichkeiten hatte.
Entweder ich würde seelisch so daran zerbrechen, daß ich mich entweder umbringe, oder in einer Klinik eingewiesen worden wäre.
Also hat sich mein Körper mein schwächstes Teil ausgesucht und ist krank geworden.
Nur auf diese Weise konnte ich mich in Sicherheit bringen. Im Krankenhaus oder Reha, da konnte er mir nichts tun. Da war ich frei und ich war dort immer glücklicher als zu Hause.
Ich muß Euch was beichten. Es fällt mir auch überhaupt nicht leicht. Hatte Angst, daß ihr schlecht von mir denkt und denkt, daß ich keine gute Mutter bin.
Aber ich weiß in der Zwischenzeit, daß es nicht nur meine Schuld war. Wenigstens nicht der größte Teil, der damals ablief.
Gut, ich habe damals gedacht, daß ich Tag und Nacht und das monatelang durchdacht habe, als es aber dann soweit war,und ich ein Neues Leben anfing, ist mir irgenwann Klar geworden, daß ich den größten Fehler meines Lebes gemacht habe. Noch´größer, schlimmer und schmerzhafter als alles in meinem leben zuvor. Auch schlimmer als die Schläge, die Vergewaltigungen und die Angst vor meinen Ex-Mann. Aber es war zu spät gewesen und ich mache mir heute noch die schlimmsten Vorwürfe.
Ich habe eine Tochter, die am 13. August 1987 geboren wurde.
Ich bin gerade ein paar Wochen mit meiner Lehre zur Arzthelferin fertig geworden und er hatte seine Lehre gerade fertig als KFZ-Mechaniker.
Nach ca. 3 Jahren miteinander gehen, habe ich gemerkt, dáß ich nicht mit diesem Typ mein Leben verbringen kann.
Habe dann Schluß gemacht und dann etwa 2 Wochen später wurde festgestellt, daß ich ss war.
Damals hatte ich ein Antibiotika aufgeschrieben bekommen und da wußte man noch nichts von den Wechselwirkungen mit der Pille und wir hatten nur einmal Sex in dieser Zeit und ZACK, sofort eingeschlagen. Was für eine Ironie des Schicksals.
Unsere Eltern haben dann Kriegsrat gehalten. Meine Mutti hat einen Friseursalon bei uns im Dorf, ich habe im Dorf beim Doc gearbeitet.
So gut wie jeder hat uns gekannt.
ES war eine Schande und es wurde dann von den Eltern und Schwiegereltern beschlossen, daß das Kind eine Familie braucht und unter keinen Umständen ohne Vater aufwächst.
Ich war mit gerademal 20 noch sehr naiv und habe es getan.
Der größte Fehler meines Lebens, diesen Mann ( er war noch 19 damals) zu heiraten.
Während der SS, die sehr sehr schwierig und eine Risiko ss war, wei ich über 8 Monate bis zu 30 mal am Tag gespuckt habe und 2 mal wurde ich für je 2 Wochen ins KH gebracht und künstlich ernährt, weil meine Elektrolythe soweit unten waren, daß es nicht einen Tag mehr gebraucht hätte und mein Herz hätte versagt, weil Christina sich im Bauch alles geholt hatte was sie zum Heranwachsen brauchte und mir blieb so gut wie nix mehr übrig.
Aber ich wollte dieses Kind mehr als andere auf der Welt, nur nicht den Mann dazu.
Im 7 oder 8 Monat hatte ich Rückenschmerzen, daß ich kaum alleine ohne mit den Zähnen zu knirschen aufstehen konnte.
Jeder hat gesagt, daß das normal wäre und ich mich nicht so anstellen sollte.
Sogar mein Gyn. damals.
Dachte ich bin die größte Memme auf Gottes Erden und habe mir dann auch nix mehr sagen trauen.
Die Entbindung war ein Desaster. Habe über 28 Stunden im Kreissaal gelegen, das Köpfchen von Christina war an einem Wehenschreiber und EKG Überwacher angeschlossen und ich konnte nicht aufstehen und herumlaufen, sondern lag auf einer Krankenhauspritsche und konnte mich nicht einmal zur Seite bewegen, weil sie viel viel enger war als ein normales Krankenhausbett.
Dachte mein Kreuz fällt auseinander. Die Wehen war nicht so schlimm wie die Schmerzen in meinem Rücken.
Als ich dann über 3 Stunden gepresst hatte und bis heute noch nicht weiß, wie ein Preßwehe eigentlich ist, haben die Herztöne der Kleinen nachgelassen und man hat sie mit der Saugglocke geholt und danach múßte ich über 50 MInuten genäht werden.
Aber das schlimmste waren meine extremen Rückschmerzen, die einfach nicht vorbeigingen.
War insgesamt bei über 7 Ärzen, bis man festgestellt hatte, woran es lag.
Einer meinte, "Du bist doch noch so jung, Du weißt doch gar nicht was Schmerzen sind."
Als ich zu Hause war, hat sich mein Mann nochmehr zum Negativen verändert. ER kam immer pünktlich um halb 4 nach Hause und wehe das Essen war nicht auf dem Tisch, wenn er sich um fünf nach halb 4 an den Tisch gesetzt hat.
Es war echt manchmal nicht möglich alles fertig zu haben, wenn Christina genau eine viertel Stunde zuvor geweint hat, weil sie hungrig oder die Windel voll hatte.
Ich hatte immer Angst, daß ich es nicht schaffe. Aber irgendwie habe ich es meistens auf die Minute geschafft. Weiß heute gar nicht mehr, wie ich das angestellt habe.
Irgendwann begann er mir zu drohen, daß er mich schlägt, wenn ich nicht meine Ehelichen Pflichten zu erfüllen hätte.
Ich konnte manchmal keine 2 Schritte laufen ohne zu heulen und der Mistsack, hat Sex verlangt.
Habe manchmal so vor Schmerzen und Demütigung geweint, aber das hat ihn nochmehr angemacht.
Also, wollte ich mir nicht mehr die BLöse geben und habe es stillschweigend über mich ergehen lassen und mich dann immer in den Schlaf geweint.
Aber zu Christina war er der bester Vater der Welt. Er hat sie vergöttert und das tut er heute noch.
Ich war in den 2 Jahren, die Christina alt wurde, ungefähr insgesamt 6 oder höchstens 7 Monate zu Hause. Immer in Raten und mit vielen vielen Pausen.
Hatte damals in der SS und danach 3 Bandscheibenvorfälle übereinander. Keiner hat das damals gemerkt. Keiner hat es Ernst genommen. Schwangere die jammern ja sowie andauernd.
War das erste Mal 3 Monate im Stufenbett im KH und dann über 4 Monate im Reha.
Damals durften Kinder nicht ins KH und einmal haben meine Eltern sie reingeschmuggelt und sie hat mich nicht einmal mehr gekannt und ich habe so geheult, daß sie sie gleich wieder mitgenommen haben. Sie wollte nicht zu mir und hat geschrieen wie am Spieß und wollte nur zur Oma und zum Opa.
Ich war eine absolut Fremde für mein eigenes Kind.
Als ich dann endlich wieder zu Hause war, hat es ein paar Wochen gedauert und ich hatte einen neuen Vorfall. Hatte Darm- und Blasenlähmung und mußte sofort operiert werden.
Die OP ging schief und meine rechte Seite von der Hüfte bis zu den Fußsohlen war taub.
Bin mit dem Rollstuhl herumgefahren und habe in monatelanger Arbeit wieder das Laufen gelernt.
In dieser Zeit hat mein Mann seine jetztige Frau kennengelernt.
Er kam eines Tages ins krankenhaus, und meinte. "ich dachte ich hätte eine Frau geheiratet und kein Ersatzteillager. Übrigens, am Wochenende habe ich eine kennengelernt. Schön wars."
Sie war damals 17 Jahre alt und die beiden sind jetzt seit über 10 Jahren verheiratet und haben nochmal 2 Kinder bekommen.
Aber ich glaube, daß sie nicht glücklich ist.
Wir haben dann nach dem Rehaaufenthalt 2 Wochen nur geredet und geheult und diskutiert und dann haben wir gesagt, daß wir uns trennen. Er wollte sie fürs Bett und mich fürs Kind und den Haushalt.
Aber ich Depp habe dann noch vorgeschlagen, daß wir zu einer Eheberatung gehen.
Er hat gemeint, daß ich ein Problem hätte und nicht er. Aber er hat mich gnädigerweise zu einer Psychologin, die sich sofort Zeit genommen hat gefahren.
Sie sagte, daß ich sofort mein Kind schnappen soll und gehen solll. War damals hochgradig Selbstmordgefährdet. Sie meinte, wenn ich das nicht tue, dann würde sie mich zu meinem eigenen Schutz einweisen.
Bin dann raus und er stand so cool am Auto, mit der Kleinen auf dem Arm und hat dann gefragt, was ich denn jetzt so vorhabe.
Ich war so doof. Stand immer noch unter sehr sehr starken Medikamenten und sagte ihm, daß ich gehen werde und die Kleine, die damals fast genau 2 Jahre alt war, mitnehme, so wie wir es besprochen hatten.
Wir fahren heim und dann steige ich aus und wie die Hintere Tür des Autos öffnen, in dem meine Tochter im Kindersitz angeschnallt war. Und bevor ich sie öffnen könnte, ist er weggefahren, mit meinem Kind und hat aus dem Fenster gerufen, er kommt erst wieder zurück, wenn ich weg bin.
Dachte, daß ich ganz von vorne anfangen mußte. Meinen Eltern hatte ich nie etwas davon gesagt, was bei uns vorging. Wir waren die glückliche Vorzeigefamilie, wenn ich nicht gerade im KH war.
Sie wußten daß ich mich trennen wollte, nahmen aber an, daß ich einen anderen Mann im Reha kennengelernt hatte.
Dachte damals, wenn sie nicht zu mir halten und mir nicht einmal die Chance geben das zu sagen, was ich empfinde, sondern nur zu ihm halten, dann sind sie es nicht wert, daß sie die Wahrheit erfahren.
Mein Vater meinte, wenn ich von meinem Mann gehe, dann hätte ich keine Tochter mehr.
Meine Tante hat mich versucht umzustimmen, aber ich wollte nur noch raus aus der ganzen entsetzlichen Situation und dann habe ich meinen damals 18 jährigen Bruder angerufen, ob er mich zu einem ehemaligen Schulfreund nach Vöhringen fahren könnte. DAs waren über 250 Km und er hat es getan und mir viel Glück gewünscht. Er war der Einzige, der damals zu mir gehalten hat. Und dafür liebe ich ihn heute noch ganz arg und bin ihm dankbar.
Mein EX ist in der Selben Stunde damals gleich auf die Bank und hat unser gemeinsames Konto geräumt, hat dann einen Anwalt aufgesucht und das Sorgerecht für die Kleine beantragt.
Ich stand da mit 50 DM in der Tasche und hatte nur ein paar Klamotten und meine Papiere und alle Fotoalben von meiner Kleinen dabei.
Hatte 2 Tage später eine Arbeit bei einem Allgemein Arzt und habe die Zähne zusammengebissen und bin zum Arbeiten gegangen, bis ich nicht mehr laufen konnte.
Ich naiv, wie man mit 22 nur sein kann, - ich war es auf jeden Fall - habe natürlich gedacht, daß jedes kind zu seiner Mutter kommt.
Habe dann auch einen Anwalt eingeschaltet und dann hieß es irgendwann, Gerichtsverhandlung und ich konnte nicht, weil ich schon wieder im Krankenhaus war.
Dann hat man die Verhandlung verschoben und dann mußte der neue Termin nochmal verschoben werden, weil ich in Isny im Reha war und der Oberarzt hat mir nicht erlaubt über 350 Km zu der Verhandlung zu fahren.
Als dann endlich ein neuer Termin geklappt hat, hat man mich als unzuverlässig hingestellt. Obwohl ich jedesmal ein ärztliches Attest vor Ablauf der Zeit abgeschickt hatte.
Der Richter hat mich angesehen wie ein Insekt. Ekel und Abscheu und Unverständnis.
Wie kann eine Frau Ihren lieben, fürsorglichen Mann verlassen, der das mit den Jahren der Krankheit ausgehalten hat und ein fürsorglicher Vater war, der Urlaub von der Krankenkasse bezahlt bekam und sich so aufopfernd um den Zusammenhalt der Familie gekümmert hat.
Das mit der Kleinen hat ja gestimmt, aber er war kein guter Ehemann. Es war die Hölle.
Aber ich habe nie zu irgendjemanden etwas gesagt. Nicht einmal zu meiner Anwältin und auch zu Goran habe ich es erst ein paar Jahre erzählt, nachdem wir schon zusammenwohnten.
Ich habe mich geschämt. Ich habe mich so schmutzig gefühlt und ich dachte, daß mir das niemand glauben würde.
Vergewaltigung in der Ehe, das war damals noch ein Tabu-Thema und das gab es eben auch nicht.
Wie sollte ich es denn beweisen? Außerdem hatte ich damals soviel Angst, daß ich mich gar nicht getraut hätte etwas zu unternehmen. Ich bin ja nicht einmal auf die Idee gekommen.
Dachte jahrelang, daß es meine Schuld war, daß er so zu mir war.
Heute weiß ich, daß es nicht um Sex, sondern um Macht ging, die er über mich hatte.
Und das schlimmste, das er mir antun konnte, war, mir mein Kind zu nehmen.
Ich habe oft daran gedacht mich umzubringen. Aber ich glaube "leider" an Reinkarnation und ich würde es solange erleben, bis ich daraus das Beste gemacht hätte.
Also, habe ich das Beste daraus gemacht.
Kam dann wieder ins Reha und dort hat man einen Rentenantrag gestellt und ich bekam dann 1991 die Eu-Rente und die habe ich heute noch.
Meine Tochter und ich haben seit sie ca. 13 ist ein wunderbares Verhältnis, auch wenn wir soweit auseinander leben.
Seit sie ein Handy hat, kann er sie gar nicht mehr so kontrollieren ob wir Kontakt haben und wir telefonieren und smsen fast jeden 2ten Tag.
Jetzt nach fast 15 Jahren darf sie in den Sommerferien zu mir und Goran. Auch wenn es nicht mal eine ganze Woche ist.
Sie hat einen Dickschädel und den hat sie dieses Jahr durchgesetzt.
Goran sagt seit Jahre, irgendwann steht sie vor der Tür und merkt was er für ein Ar-----loch ist.
Ich wollte keine Zwangsbesuche die mein Kind verängstigt hätten. Sie wurde sehr lange von ihm bearbeitet - die Mama hatte dich nicht mehr lieb und ist einfach abgehaun - und jetzt, da sie selbst schon die ersten Gehversuche mit Beziehungen macht, da hat sie Fragen und ich beantworte sie so gut ich kann.
Natürlich lasse ich die meisten Sachen aus, aber sie versteht langsam, daß es nicht immer klappen muß mit den Eltern, auch wenn beide ihre Kinder lieben.
So, jetzt ist es raus.
Tut mir leid, daß ich Euch damals, ganz am Anfang belogen habe, daß ich kein Kind habe. Aber es ist so persönlich und es tut soooooo unsagbar weh, das aufzuschreiben.
Aber ich hatte das Gefühl, ich muß es Euch sagen.
Danke, daß es Euch gibt.
Vielleicht liegt es ja an meinem heuligem Hormonspiegel oder es war einfach der richtige Zeitpunkt um darüber zu schreiben.
Keine Ahnung, aber ich habe das Gefühl, daß es richtig war.
Habe Euch ganz arg lieb und ich bin so froh, daß ich Euch habe.
Habe ein bissl Angst vor der Punktion, aber ich denke mir nur. Am Mittwoch um diese Zeit ist es schon einen Tag her und vorbei.
Euer, gerade wieder oder immer noch verheultes und verrotztes
Tinchen








