Guten Morgen.
Da bin ich, ist etwas später heute, aber wir hatten heute um 8 Uhr ja den Termin beim roten Kreuz wegen der Adoption. Dazu gleich mehr.
Die Beerdigung war schrecklich. Man wird sich erst richtig bewusst dass die Kollegin tot ist, wenn man ihren Ehemann, die Mutter und die ganze Familie sieht. Wir waren alle von der Abteilung da, und dann noch fast 10 verschiedene Leute aus dem Betrieb. Sogar unser ehemaliger Direktor, der jetzt pensionniert ist, war gekommen. Nach der Kirche, als die Familie zu uns kam, ist unser junger Kollege dem Ehemann weinend um den Hals gefallen. Das war einfach nur schlimm.
Wir waren dann noch was zusammen trinken, weil man auch nicht so schnell auseinaner gehen mag und nach Hause fahren will. Heute ist im Büro die Stimmung auch noch immer gedrückt, es ist richtig komisch und keiner will ihren Schreibtisch ausräumen. Das hat ja auch noch Zeit, ich denke, das überlassen wir der Familie, den Zeitpunkt festzulegen.
Dann war am WE der Notarzt samt Hubschrauber bei unserem Nachbarn. Keine Ahnung, was da los ist. In dem Haus wohnt eine junge Familie.
Jetzt mal zu was Erfreulicherem. Wir waren heute also beim roten Kreuz. Es war nur ein Informationsgespräch. Das rote Kreuz selber vertritt Inlandsadoptionen, Kolumbien und Rumänien. Rumänien ist zur Zeit aber wegen irgendwelcher Formalitäten zu. Süd-Korea ist eine andere Organisation, wenn wir also daran interessiert sind müssen wir uns an die wenden.
Man kann sich auf die Warteliste setzen lassen (für Inland sind momentan zirka 15 Paare auf der Liste). Klingt wenig, aber unser Land ist klein und hier kommen nicht so viele Babies auf die Welt die zur Adoption freigegeben werden. Wartezeit ist 2-3 Jahre. Wenn man auf der Warteliste weiter nach oben stösst, beginnen die eigentlichen Formalitäten, dann kommen Gespräche mit Psychologen usw. Dann wird geschaut, auch durch Besuche nach Hause zu uns, ob wir geeignet sind oder abgelehnt werden. Diese Bewertung zieht sich dann wohl einige Zeit in die Länge.
Bei Korea ist die Wartezeit zirka 9 Monate (wie eine Schwangerschaft
Man kann sich auch auf mehrere Wartelisten setzen lassen, also z.b. Korea und Inland.
Mein Mann und ich müssen uns jetzt mal in Ruhe unterhalten, für welche Listen wir uns entscheiden. Kolumbien z.b. vermittelt nur 2 Kinder pro Jahr nach Luxemburg.
Bei Inlandsadoption gibt es noch das Problem, dass die leibliche Mutter bis 3 Monate nach der Geburt Zeit hat, das Kind zurückzuverlangen. Da haben wir dann keine Chance und das Baby wird uns wieder weggenommen. Wir würden in dem Fall aber ganz oben auf der Warteliste verbleiben. Ich denke, das wäre in dem Fall aber ein schwacher Trost, wenn sie einem das Baby, das man ein paar Wochen zuhause hatte, wieder wegnehmen.
@ Kerstin - wie sieht es denn bei euch aus? Wie sind da die Wartezeiten?. Ich bin erstaunt wie schnell es teilweise bei uns geht.
Ich bin auch ganz aufgeregt und hab das Gefühl, endlich passiert was. Ich kann schon fast spüren dass das ein Baby auf uns wartet, ob es nun schon im Bauch der Mutter ist oder noch nicht gezeugt.
