Hallo Ihr Lieben,
Ihr habt es ja so gewollt
Hier also mal mein Geburtsbericht, also los gehts!
Es war am 29.07. als ich gegen 4.30 Uhr mit starken aber noch auszuhaltenden Wehen neben meinem Mann aufwachte. Der Blick auf die Uhr zeigte auch schnell, diese Wehen kommen bereits in einem regelmäßigen Abstand von 10 Minuten.
Schatzi fragte mich dann noch, ob er noch auf Arbeit könne oder lieber gleich zu Hause bleiben soll. Vielleicht war es mein unterbewustsein was mir sagte, das geht noch eine wWeile, schick ihn erstmal los oder der Gedanke daran, dass sich auch meine Eltern bereit hielten, falls es losgehen sollte.
Die wehen hielten weiter an. Kurz nach neun, rief mich dann meine Mama an. Als ich ihr sagte dass ich regelmäßige wehen im 10 Minuten Abstand habe, wäre sie glaube auch am liebsten mit mir in die Klinik durchgestartet aber ich konnte auch sie beruhigen, auch wenn sie mit meinem Vorhaben, erst ins KH zu fahren, wenn die Wehen aller 5 bis 3 mnuten kämen, nicht so ganz einverstanden war.
Gegen Vormittag kam sie dann rüber zu mir, mein besorgter Mann hatte es in Auftrag gegeben, nach mir zu gucken. Sie sagte ich sei verrückt, mit so dollen wehen noch so gelassen zu bleiben. Ich sah das anders, ich würde es nicht verrückt nennen, ich wollte im KH angekommen, einfach nur gern hören, dass sich mein Muttermund schon schön göffnet und ich gute Vorarbeit geleistet hätte.
Dann hatte ich mal eine längere Wehenpause von 20 minuten und auch die nachfolgenden Wehen wurden unregelmäßiger aber sie wurden eindeutig intensiver, was ich auch in der Badewanne feststellte.
Gegen 14 Uhr fing ich dann an Protokoll über die Abstände zu führen, jetzt gingen sie von 10, über 5, mal 7 oder 8 Minuten, dann wieder 15 aber auch 3 Minuten. Als Schatzi das mitbekam hielt ihn nichts mehr zu Hause und auch ich war einverstanden in unsrere Entbindungsklinik mal nach meinem Muttermund sehen zu lassen. Also fuhren wir samt meiner Mama im Gepäck um 21 Uhr ins KH. Dort wurde ich dann gleich ans CTG angeschlossen und uns wurden ordentliche, wenn auch noch unregelmäßige Wehen bestätigt. Das Abtasten des Muttemundes brachte dann allerdings Ernüchterung. Gute Fingerbreite

ich war entsetzt denn diesen Befund hatte ich ja bereits seit dem vergangenem Freitag. Soll sich etwa wirklich nichts getan haben

ich hätte heulen können. Nun stand die Überlegung an, was sinnvoll ist, mich noch einmal nach Hause zu schicken oder erstmal auf der Wöchnerinnenstation zwischen zu lagern, denn für den Kreißsaal wäre ich noch ungeeignet. Also ging es so gegen 23 Uhr erst einmal auf Station. Ich bekam etwas zum Schlafen und ein Paracetamol Zäpfchen gegen die starken Schmerzen. Schlafen war wirklich aussichtlos, da die Mami, mit der ich im Zimmer lag unglaublich laut schnarchte- so laut habe ich das echt noch nie gehört. Ich veratmetet also Wehe für Wehe. Zwischen den Wehen nickte ich ab und an weg. Ich hatte überhaupt kein Zeitgefühl mehr, dachte, es wären immer noch 10 Minuten Abstände zwischen den Wehen. Mir war unglaublich übel

und die Wehen wurden immer heftiger. Ich hatte echt zu tun aber ich wollte noch ein wenig aushalten. Dann mußte ich mich doch heftigst übergeben und so gegen ein Uhr ging gar nichts mehr, die Wehen kamen nun regelmäßig aller 2,3 Minuten und waren sehr, sehr schmerzhaft. Mit einer Schwester ging es wieder auf die Entbindungsstation zurück. Michi wurde angerufen. Ich hatte schon Angst, dass er so fest einschlafen

würde, dass er das Handy nicht hört. Diese Angst war unbegründet, er war dann auch in zehn Minuten da. Noch einmal CTG und ein bißchen auf der Station rumlaufen und dann ging es auch schon in den Kreißsaal Nr. 4.
An unserer Seite war eigentlich die ganze Zeit eine Hebammenschülerin. Dann kam die Hebamme und gab mir eine Spritze gegen die starken Kontraktionen, half aber überhaupt nichts. Ich dachte immer der Wehenschreiber zeige nur Werte bis 100 an, bei mir pegelten sich diese aber bei 150 ein. Am Muttermund tat sich auch nach dem Einlauf immer noch nicht so viel der war immer noch gerade mal bei 2-3 cm. So veratmete ich also Stunde für Stunde, Wehe für Wehe, bis ich es nicht mehr aushielt und eine PDA wollte

Die Hebamme hielt dies für sehr sinnvoll, da meine Wehen nun hintereinander kamen und ich kaum eine Minute zum Entspannen hatte. Ich lief im Zimmer rum, saß auf dem Petziball. Schatzi lief hinter mir her, versuchte all die Sachen anzuwenden, die wir im GVK gelernt haben. Aber ich meckerte meist nur rum, dass er zum Beispiel viel zu leicht gegen mein Kreuzbein drückte. Auf die PDA mußte ich aber schätzungsweise noch bis ca halb fünf warten. Schatzi meint, es wäre noch später gewesen und ich glaube, ja es war erst so gegen sechs Uhr, jetzt wo ich mich an die Uhr erinnere, denn es hieß, die Betäubung reicht so 2 Stunden, ich rechnete bis also bis so um acht. Schatz war übrigens echt tapfer. Ihm ging es kreislaufmäßig nicht so gut, da er so schnell zu mir gedüst war, kaum gegessen oder getrunken hatte. Tapfer stützte er mich bei der PDA aber nachdem uns die Anästhesistin über die Nebenwirkungen aufgeklärt hatte und dann auch noch beim Legen der PDA einen Nerv

getroffen hatte, wovon mein linkes Bein in die Luft zuckte, mußte Schatzi den Raum verlassen

Ich hatte vollstes Verständnis, alles roch nur noch nach Desinfektionsmittel und wohl war mir in diesem Moment auch nicht, denn ich begann heftigst mit zittern an. Schatzi hatte ein ganz entsetztes und besorgtes Gesicht, als er mich so zitternd sah, er fragte ob das alles so seine Richtigkeit hatte aber das seien wohl die Wirkung des Medikamentes, sowie die Anspannung und die Erschöpfung gewesen.
Zumindest waren die Wehenschmerzen weg und auch die manuelle Dehnung des Muttermundes, die ja bislang immer ohne Betäubung geschah, war nun endlich ertäglich. Er ließ sich laut der Hebamme sogar sehr leicht denen, sie meinte gleich "sie sind wohl akupunktiert worden" Nur schade, dass es nicht auch ohne dem Gefummel leicht ging.
Ich sollte schlafen aber ich war nicht mehr so richtig müde also graulte ich Schatzi den Kopf, der ebenso erschöpft seinen Kopf auf dem Entbindungsbett abgelegt hatte

Dann war Schichtwechsel und eine andere Hebamme, die mir am Vortag eher unfreudlich rüberkam, war jetzt für uns zuständig. Sie hat einen ganz ähnlichen Nachnamen wie wir und sagte in diesem Bezug, "das wird schon was mit uns, bei unserem Namen"

Sie wollte unser Mäusl entbinden
Der Muttermund wurde nochmal untersucht und war nun bei 5 bis 6 cm. Die Hebamme machte den Vorschlag nun mit einem Wehentropf zu beginnen. Sie mußte mir einen Katheter legen, da ich durch die PDA nicht mehr pullern konnte und die volle Blase unser Mäusl den Weg versperrt.
Da die Wehen wieder spürbar wurden und der Muttermund noch keine 9-10 cm sondern 7-8 cm zeigte, sollte die PDA nochmal nachgespritzt werden. Ich bat Michi meine Mutter noch einmal anzurufen, falls sie doch gern dabei sein wollte, dass sie sich dann so langsam auf den Weg machen müsse. Nach der PDA ging es mir elend schlecht, mein Kreislauf versackte, Blutdruck bei 100/37mmHg, mir war wie umfallen

obwohl ich lag, ich bekam Ohrensaußen, das Zittern wurde immer schlimmer und ich sah alle nur noch verschwommen. Meine Beine waren taub, ich hatte Bammel, dass ich die Geburt so nie schaffe. Die Anästhesistin wurde hektisch wieder zu mir gerufen. Sie spritzte mir mit den Worten, da hätte ich ihnen doch nicht so viel spritzen müssen, sie sind ja klein und schlank, ein Gegenmittel, was meinen Blutdruck wieder steigern ließ.
Der Wehentropf war nun bei 36% als sie plötzlich alle etwas panischer wurden. Die Herztöne vom Mäusl sind kurz abgefallen. Sie mußten ihr eine Sonde legen und haben mir ein Mittel gespritzt, was meinen Puls ansteigen und die Wehne stoppen würde. Schatzi kam ins Zimmer hat sich nur schnell etwas zu trinken geholt, als er die vielen Leute sah, war er kreidebleich. Ich hatte auch große Angst, um unsere Maus aber die Hebamme beruhigte mich. Sie klärte mich auf, wenn die Herztöne so bleiben würden, müsse man einen KS machen aber sie vermutete, dass sich die Herztöne wohl eher durch meine lange Rückenlage, bei der die Hebamme nochmal den Muttermund untersuchte, Babys Kopf abtastete, sowie die Fruchtblase sprengte, verändert haben. Die Herztöne wurden schlagartig besser und auch die Hebamme versicherte mir, solang sie noch so ruhig da stehen, bräuchte ich keine Angst haben, ich solle ihr vertrauen. Das tat ich auch, für alles andere war ich viel zu schlapp.
Sie sagte, wir bräuchten die Wehen und sie müsse den Wehentropf wieder etwas hochdrehen. Nochmal Katheter gelegt um die ganzen Infusionen abzuführen.
Ich mußte mich immer nach 2 Wehen von Seite zu Seite drehen, damit sich der Kopf richtig ins Becken einstellen konnte, da man ja immernoch davon ausging, die Maus sei so groß und so schwer. Michi ging meiner Mutter entgegen und schickte sie zu mir, sie wollten sich nun abwechseln. Dann ging es auch schon los, schlagartig drückte der Kopf immer tiefer und ich hatte das Bedürfnis pressen zu müssen, was ich dann auch tat. Ich weiß, dann nur, wie ich zu Mama sagte, "und wo ist jetz Michi". Sie holte ihn, der Arme ist auf dem Sofa eingenickt. Ich weiß, dass ich gerade pressen mußte als er am Bett an mir vorbei mußte. Mir war das so unangenehm, denn wir waren uns beide einig, dass wir nicht wollen, dass Mann vollen Einblick hat. Zu spät.
Ich drehte mich immer noch nach 2 Wehen von rechts nach links auf die Seite und umgekehrt. Der Druck wurde immer größer.
Jetzt sah ich dass auch die Oberärztin mit da war. Die Hebamme stand rechts, die Ärztin an meiner linken Seite. Ich sollte mich in der nächsten Wehe auf den Rücken drehen, ich verpaßte den Anschluss und preßte noch einmal einen Wehe in rechter Seitenlage. In Rückenlage zeigte mir unsere Hebamme, wieviel Kopf man schon sehen Könnte (meine Vorstellung war zwar eine ganz andere) und dass ich noch mal richtig pressen sollte, denn dann könnte man die Glocke anlegen. "Wie beim Tauchen, ganz viel Luft einatmen, anhalten und nach unten schieben" Ich nickte nur und wollte artig ihre Befehle befolgen.
Ich sollte die Beine gegen die Hebamme un die OÄ stützen und nun nochmal kräftig schieben. Ich achtete so auf das Klopfen der Herztöne der Kleinen, was richtig laut war und erkundigte mich, ob die so in Ordnung wären. Ich hatte den Eindruck dass sie bereits die Saugglocke angelegt hatten, dann es spannte alles enorm. Ich war so angespornt, dass ich schiebte und schiebte. Die Hebamme nahm meine Hand und sagte, "fühl mal das Köpfchen". Ich zog meine Hand aber schnell wieder weg, denn ich wollte weiter pressen- pssst, außerdem war ich von dem Gefühl in meiner Hand etwas erschrocken. Und dann hieß es "Guck hin, hier kommt sie". Mein Mann stellte sich jetzt mit zur Ärztin und er weinte

So richtig realisiere ich erst jetzt diesen Moment, er war wahnsinn. Die Hebamme strich der Kleinen die Nabelschnur aus , klatschte ihr eins, zweimal auf die Fußsohlen, rubelte ihr mit einem Tuch über ihre Brust. Sie weinte aber ich versicherte mich trotzdem, ob alles in Ordnung sei. "Ja, dass hört man doch" Dann hab ich noch gefragt, "ist es ein Mädchen?"
Nachdem sie mein Hemd aufgeknöpft hatte, legte sie mir die kleine Maus auf meine Brust. Dieses Gefühl ist unbeschreiblich, wie sie sich anfühlte, kühl und weich und wie sie roch- böse, aber ich sagte, sie riecht nach Fisch (scheint wohl am Fruchtwasser gelegen zu haben).
Mama und Michi weinten, streichelten und küssten mich und sagten wie stolz sie auf mich seien. Ich glaube ich war noch etwas abwesend und dann nur noch eins mit unserem Mäusl
So, dass erstmal dazu. Viel Text, ich hoffe ihr seid nicht eingeschlafen beim lesen.
Melde mich dann Vormittag noch mal, muss jetzt erstmal die Kleine zum Stillen wecken.
Bis dann!
Liebe Grüße eure kleine Kämpferin