Glücksordner für Tesepaare

Unsere Hauptkategorie. Hier wird über alles rund um den Kinderwunsch diskutiert. :-)
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atonne
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Beitrag von atonne »

Marija, :hallo:,

da habe ich wohl nicht schnell genug geschrieben :lol:.
Bestell Hati schöne Grüße, wir alle vermissen sie und wünschen ihr alles Gute :knuddel: :knuddel:.

Lola, willkommen zurück :dance:. Ja, hier war echt was los, als Du weg warst :D.

So, jetz bin ich aber weg.

Guss, Atonne

TESE im Februar 2005 (D) und August 2009 (D) und PESA (TR) im Juli 2012 erfolgreich
-- 1. Praxis (D)
2 ICSIs April/Mai 2005 und Juli 2005, 1 Kryo Dezember 2005, TF von insgesamt 4 Embryos - NEGATIV
-- 2. Praxis (D)
4 ICSIs Juli 2006, März 2007, September 2007 und November 2007, TF von insgesamt 8 Embryos - NEGATIV
-- 3. Praxis (D)
3 ICSIs Oktober 2008, März 2009 und September 2009, 1 ICSI ohne TF Juli 2009, 1 Kryo ohne TF Juli 2009, TF von insgesamt 7 Embryos - 1x biochemische SS, sonst NEGATIV
-- 4. Praxis (Ö)
2 ICSIs April/Mai 2010 und November 2010, 1 ICSI ohne TF Februar 2011, 3 vor PU abgebrochene ICSIs März 2010, September 2010 und August 2011, TF von insgesamt 3 Embryos - 1x biochemische SS, sonst NEGATIV
-- 5. Praxis (D)
4 ICSIs Dezember 2011, Februar 2012, April/Mai 2012 und Juli 2013, 1 vor PU abgebrochene ICSI April 2012, TF von ingesamt 5 Embryo - 2x biochemische SS, sonst NEGATIV
-- 6. und letzte Praxis (TR)
- 2 ICSIs Juli 2012 und Mai 2013, 1 ICSI ohne TF Dezember 2012, 2 vor PU abgebrochene ICSIs November 2012 und April 2013, TF von insgesamt 4 Embryos - 1x biochemische SS, sonst NEGATIV


Wir stellen uns auf einen langen Atem ein...

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Gast

Beitrag von Gast »

Hallo,
bin nun schon 33 Stunden total glücklich :D :dance: und wirklich gerührt, wie Ihr hier alle mitgefiebert habt.
Leider braucht's noch etwas mit dem Bericht - heute haben wir geschlafen und geschlafen (zwischendurch mal - rechtzeitig zum Frühstück - von Marija geweckt :wink: ) und geschlafen. Obwohl wir ja eigentlich nur zwei Tage weg waren, kam es uns vor, als seien wir von einer zweiwöchigen Gipfeltourim Himalaya zurück. Also :ohnmacht: und :juhu: zugleich.
Nun, morgen ist auch wieder ein Tag, denn jetzt wollen wir auf das tolle Ereignis noch anstoßen, und dann folgt wieder ausgiebiges :schlafen:
Es grüßt Euch als nun offizieller Mr. des 17. Juni
B. :dance:
rite
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Beitrag von rite »

Hallo zusammen !
Erstmal Glückwunsch von mir auch ! Irgendwie komme ich hier mit dem neues Thema schreiben nicht klar. Wenn ich im TESE Ordner schreiben will dann über Schnellantwort oder wie ? Sonst muss ich mich irgendwie immer wieder einloggen und klein putz schmeißt mich ständig raus . Zu meiner Frage : Wir hatten bereits 3 Icsis mit TESE und sind jetzt eigentlich schon bei HI. Jetzt hat unsere KK noch einen 4. Versuch genehmigt und ich weiß nicht was ich machen soll. HI oder ICSI ? Unsere Spermien sind ziemlich schlecht. Alle unbeweglch und nur 20 % leben. Die Ärzte sagen zum Teil wir haben sehr wenig Chance. Zweie meinten sie würden keine weitere ICSI machen. Dazu kommt das mein Männe auch keine weitere Icsi will, weil er Angst hat um meine Gesundheit und es ja sowieso nicht klappt. ! Wie seht ihr das ?
LG rite
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Wauzis
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Beitrag von Wauzis »

Moin! Moin!
Marija, Danke für den Bericht. Interessant! :knuddel:
Lola, back from Greek. Ach so, ich hab' schon gedacht, die SMS kommen nicht an. :roll:
Berti, es ist tatsächlich, als ob eine neue Zeitrechnung angebrochen ist. Nach der Tese wird es nie mehr wie vorher sein. So :cry: oder so :dance: !! Ich persönlich fand die Tese ja schlimmer als die WS. :oops:

rite, du hast mir bei wunschkinder schon mal geantwortet als wir den Befund Azoospermie hatten, letztes Jahr im Oktober.
Du musst zuerst in den Ordner gehen und dann einfach Antwort schreiben, hat doch jetzt geklappt, oder. :lol: Schnellantwort hab ich noch nie probiert.
Wo seid ihr in Behandlung? Wie sind eure letzten 3 ISCIs verlaufen? Es ist doch oft so, dass die Spermien nach dem Auftauen unbeweglich sind und man nicht weiß, ob tot oder noch lebendig. Daher kann es bei Tese zu etwas schlechteren Befruchtungsraten kommen, muss aber auch nicht sein. Wenn du die ICSI gut verträgst und ihr das Gefühl habt, das ihr noch eine machen wollt, um evtl. ein Kind von euch beiden zu haben, dann macht noch eine. Wenn ihr auch mit einem HI-Kind beide gut leben könntet (bisschen umständlich ausgedrückt) und es für euch der einfachere Weg sein kann, dann ist HI völlilg O.K.
Meine Meinung: Ich würde erstmal alles machen, um ein gemeinsames leibliches Kind zu bekommen, wir haben 12 Tese-Proben, was geldtechnisch ja kaum zu machen ist. (Pleite!!!) Aber es zeigt sich, dass es sich lohnt, zu kämpfen.
Marija hatte zuerst eine negative Tese, dann wurden doch Spermien gefunden. Sie ist schwanger geworden bei der 4. ICSI. Chrissi wurde schwanger bei der 3. ICSI usw. Es ist halt auch eine Frage, der Biologen, die müssen schon ein gutes Händchen haben. Ob ein Arzt von weiteren ICSIs abraten sollte????????? Weiß nicht, ob man das wirklich so einfach raten kann??????????? Eine Chance und etwas Hoffnung gibt es immer.
Grüße Wauzis
rite
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@ wauzis

Beitrag von rite »

Ja alle drei ICSIs im Fertility Center Berlin . Sind aber jetzt im Gendarmenmarkt. Ich brauchte immer höchstdosis an Medis. Die ersten beiden Male hatte ich neun dann 16 Eizellen. 2 mal 2 Embryonen zurückbekommen und beim letzten Mal nur einen. Nie Kryo übrig. Nach der letzten Icsi musste ich mich körperlich 6 Monate davon erholen. War ständig krank und hatte mehrmals Scheidenentzünd. Das ganze geht seit Dez. 03. Irgendwie habe ich auch keine Lust auf nochmal alles von vorne. Alles dauert so ewig und ss bin ich immer noch nicht. Und ehrlich , psychisch macht einen das alles ganz schön fertig. Dieses ständige auf und ab. Na ja klingt alles ganz schön negativ. Bei HI ist halt alles viel natürlicher und du hast jeden Monat wieder eine Chance. Wünsche dir selbst viel Glück !! Mann oh Mann 12 Proben ?? So vielen dein armer Schatz. Vielleicht nehmt ihr 2 pro ICSI. Erhöht vielleicht die Chancen ? Eingefrorens Sperma ist doch nicht immer bewegungslos oder ? Bei HI ist das auch eingefroren und da bewegen sie sich .
LG und schönes Wo.ende
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atonne
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Beitrag von atonne »

Hallo, Rite,

dann bist Du auch aus Berlin :D. Ich bin auch am Gendarmenmarkt.
Also, unsere Spermien sind auch nach dem Auftauen sehr agil, aber die Befruchtungsrate war trotzdem schlecht :(.
Ich wüßte nicht, was wäre, wenn die Versuche weiterhin so schlecht laufen. Ich bin ja jetzt im zweiten Versuch und war schon sehr enttäuscht beim ersten. Na, mal sehen, ich hoffe, es geht dieses Mal besser.

Wenn Du so stark unter den Versuchen leidest und für Deinen Mann HI okay ist, dann macht das doch. Oder ihr macht den allerletzten Versuch ICSI?

Ich wüßte auch nicht, wann aufhören mit ICSI, aber wir haben schon beschlossen, wenn es nicht mit eigenen klappt, dann werden wir nichts weiter unternehmen, also keine Ado und keine HI. Das verschärft etwas das Problem mit dem Aufhören, aber ich denke, auch HI und Ado kann sehr stressig sein und eventuell nicht zum Erfolg führen. Wir können die Belastung, glaube ich, nur ertragen, wenn wir auf ein eigenes Kind hoffen können, in dem wir uns beide wiederfinden.

Leider kann einem keiner diese Entscheidung abnehmen :(.

Viele Grüße, Atonne

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2 ICSIs April/Mai 2010 und November 2010, 1 ICSI ohne TF Februar 2011, 3 vor PU abgebrochene ICSIs März 2010, September 2010 und August 2011, TF von insgesamt 3 Embryos - 1x biochemische SS, sonst NEGATIV
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Gast

Beitrag von Gast »

Hallo Rite,

das ist wirklich ganz schwer zu raten. Aber ich wollte Dir nur sagen, daß ich es toll finde, daß Ihr Euch auch mit DI/HI beschäftigt und Dein Mann Dich auch dabei unterstützt und jasagt. Da bei mir die erste TESE negativ war, haben wir uns auch lange damit beschäftigt, und leider sind bei mir immer wieder ziemlich irrationale Abwehrgefühle hochgekommen. Drüben im HI-Forum von Klein-Putz gibt es einen "Männergespräche"-Ordner, wo ich zwei andere HI-Väter (einer davon noch werdend) dabei um Rat gebeten habe und mein Problem geschildet habe. Richtig zu einem Ergebnis bin ich aber nicht gekommen, was ich schade finde, aber ehrlicherweise feststellen mußte.
Nur weil die KK noch ICSI genehmigt, würde ich das aber, wenn Ihr Euch HI gut vorstellen, nicht machen, sondern auf jeden Fall nur, wenn Euere neue Praxis auch meint, das es doch sinnvoll sein könnte.
Es grüßt Dich und Deinen Mann herzlich
B.
Gast

Warum der 17. Juni wieder Feiertag werden sollte

Beitrag von Gast »

Nachdem wir heute endlich ausgeschlafen haben, komme ich nun dazu, den versprochenen Bericht - oder eher Erlebniserzählung?? - zu schreiben. Es kommt mir ja immer noch so vor, als ob wir viele Tage weg gewesen wären, so viel schwirrt da im Kopf herum.
Am Donnerstag war es erstmal eine Dauerachterbahn, bei der Berta ganz schön viel aushalten mußte: Morgens ging der Wecker ja schon um kurz nach drei Uhr vor Morgengrauen los, aber da war ich noch ganz gut drauf und auch gar nicht so übermüdet, weil wir am Vorabend zeitig schlafen gegangen waren (wir hatten die letzten beiden Abende mit etwas Wein und einer mittleren Kerzenarmada immer ein kleines "Glücksritual" abends veranstaltet). Zunächst hatte ich auch noch etwas Galgenhumor und stellte mir einfach vor, ein zweiter Berti würde die ganze Reise machen und ich selbst könnte doch zu Hause bleiben, weil mich das alles eigentlich doch nicht betrifft. Nun ging es aber trotzdem auch für mich zum Flughafen, und da ging dann die Aufregung los. Erst war ich die ganze Zeit ziemlich ungeduldig, und dann im Flugzeug (Abflug 6:15 Uhr) war mir eher zum Heulen zumute. So ging das dann fast die ganzen nächsten Stunden hin und her, was wirklich ein Ehefrauen-Gedulds-Härtetest war. Daß wir etwas Fußmarsch von der U-Bahn Ostererstr. zum Etap-Hotel hatten, und dann wieder von der U-Bahn Eppendorfer Baum zur Klinik, war nur gut, denn so konnte ich mich beim Rollkofferschieben und Rucksacktragen etwas abreagieren.
Im UKE angekommen, hatten wir noch ein bißchen Zeit zu einem verspäteten Frühstück, und da ging es auch wieder etwas besser. Bei der Voruntersuchung kam im Gang auch kurz Prof. Schulze vorbei, das Gespräch selbst führte der Assistenzarzt, der auch für die Narkose zuständig war, Dr. Behne, der auch sehr nett und gut (Nomen est omen) war. Große Neuigkeiten gab es nicht, aber als er das Verfahren beschrieb, hatte ich wieder etwas Zweifel, weil mir es doch ziemlich ähnlich wie in München vorkam. Trotzdem war der Streß etwas von uns gewichen, und als wir gegen 13 Uhr fertig waren, spürten wir doch, wie der Druck erstmal abfiel und dann ziemlich übergangslos die verdrängte Müdigkeit wieder hochkam. Wir entschlossen uns aber dennoch, nicht ins Hotel sondern zum Hafen zu fahren, denn wir wollten ja lieber die Nacht vorher einigermaßen schlafen können. Jetzt kam es mir dann wieder manchmal so vor, als ob ich eigentlich eher für einen - irgendwie etwas seltsamen - Kurzurlaub in Hamburg wäre, und so konnten wir einigermaßen in Ruhe ein kleines Fischmenü essen und in einem Café, das auf einem alten Schiff gelegen ist, die Wartezeit mit Kaffee und Kuchen vertreiben. Die eigentlich geplante Hafenrundfahrt, die wir die letzten beiden Male in Hamburg gerne gemacht hatten, entfiel aber aus Ermattungsgründen. Gegen Spätnachmittag machten wir uns dann mit Spazierschlenkern durch die Altstadt zum "Heimweg" zur U-Bahn und ins Etap auf; es stand ja auch noch der Programmpunkt "Rasur" bevor, für noch etwas Wachheit nötig war, um die Operation nicht am Ende überflüssig zu machen. So k.o. wie wir waren, konnten wir dann sogar schon ohne Wein und Kerzen gegen 9 Uhr einschlafen - am nächsten Morgen war ja auch schon wieder für kurz nach fünf der Wecker gestellt.
Auch wenn das natürlich alles Einheitsplastik ist, ging es eigentlich recht gut in dem Etap, zumal wir ein Zimmer nach hinten hatten, so daß man sogar mit offenem Fenster schlafen konnte. Auch die Dusche (morgens ausgiebig die letzte für 10 Tage...) kann gelobt werden, und das Personal war am Telefon wie vor Ort immer freundlich und hilfsbereit. Die zwei Fußmärsche à 15 und 20 Minuten kamen mir dann auch wieder gelegen, so daß ich oben in der Tagesklinik um 7 Uhr recht gefaßt und ruhig ankam. Wie mit Dr. Behne vereinbart, konnte ich auch ohne Beschwerden der Schwester die Beruhigungspille weglassen, wenngleich er meinte, daß meine komischen Erinnerungsfetzen aus München vielleicht auch nicht von der Pille, sondern von der Narkose danach stammen könnten. Mir kam es aber darauf an, die Münchener Erinnerungen mit etwas anderem überdecken zu können, und so war das wohl die richtige Entscheidung in meinem Fall.
Das war dann in Hamburg auch wirklich ein völliges Kontrastprogramm, denn vom Ablauf war alles genau so, wie ich es mir schon in München gewünscht hätte: Kein ständig wechselndes Personal, sondern oben eine - super nette - Schwester, die einen den ganzen Vormittag im Zimmer betreut. Durch die Gänge chauffierte einen ein Zivi, auch immer desselbe für alle. Und unten im Vorraum zum OP war dann auch gleich Dr. Behne - und nicht völlig unbekannte Anästhesisten, die mich am Vortag in München gar nicht untersucht hatten - und auch Prof. Schulze kam mehrmals vorbei; in München war der Operateur-Jungprof. ja erst dazugehetzt, als ich längst schon in der Narkose war, wie mir meine Frau später erzählte. Herrn Schulze konnte ich dann auch von den "Erfolgen" in unserem Glücksordner berichten, und ich glaube, er hat sich sehr gefreut zu hören, daß nun bereits Zwillinge geboren und drei Schwangerschaften unterwegs sind.
Wohl wegen dieser angenehmen Atmosphäre war ich dann in der halben Stunde Wartezeit, bis ich (als zweiter) gegen kurz vor 9 Uhr drankam, erstaunlich ruhig. Da ich an ein Pulsmeßgerät angeschlossen war, konnte ich das ja verfolgen, wie der Puls so zwischen 60 und 70 schwankte und nur dann auf gut 80 hochging, wenn mir wieder die München-Geschichte hochkam. Das alles änderte sich dann aber schlagartig, als ich in den OP-Saal geschoben wurde: Jetzt war die Aufregung doch trotz Schulze-Scherzen (Ich: "Das sieht hier ja fast wie beim Zahnarzt aus mit diesen Leuchten". Er: "Ja, wir können das Gebiß gleich mitmachen, und auch gerne den Meniskus - sie werden sich hinterher noch wundern, was wir alles können.") voll da, und es schlotterten ziemlich die Knie, so daß ich schon Sorge hatte, daß die fehlende Beruhigungspille doch noch die OP stören könnte. Zum Glück war ja auch das Radio an, und so kam ich auf die Idee, statt herumzuschauen, doch besser die Augen zu schließen, mich an eine Entspannungsübung zu erinnern und dazu auf die Musik zu konzentrieren. Das ging auch in der Tat ganz gut, im Verlauf der OP, die eine gute halbe Stunde dauerte, ging der Blutdruck am Ende wohl fast zu weit nach unten (der Meßton wurde am Ende bedenklich dunkel). Mit der Musik war das aber so eine Sache: Es war ein Oldie-Sender, der am Anfang "I need a hero" spielte, was ja ganz gut paßte. Dann kam aber eine langsame Ballade von Sting. Nun mag ich Sting sehr gerne, aber ich reagiere auch emotional bisweilen etwas heftig auf Musik, und so kamen mir da die Tränen hoch. Bei Queens "We are the champions" besserte sich das dann wieder etwas.
Inzwischen hatte Prof. Schulze mir auch die Mitteilung "So, jetzt ist Halbzeit" gegeben, bevor er und Dr. Behne zur Untersuchung der zweiten Hodenseite übergingen. Während der OP hatte ich doch wieder mehr Hoffnung, weil ich sie öfter miteinander leise sprechen hörte, wie sie nach passenden Stellen für Gewebeproben offenbar suchten, und dann Dinge sagten wie: "Ja, hier könnte was sein", oder "Da wäre es gut", aber auch "Nein, hier ist wohl nichts". Einige Proben wurden am Ende auch gleich verworfen, weil inzwischen bessere Stellen gefunden worden waren, so daß es am Ende 21 statt der geplanten 24 Proben waren. Die beiden Ärzte schienen sehr gut zusammenzuarbeiten, so daß man hoffen darf, daß Prof. Schulze vielleicht sich da noch einen guten Nachfolger heranzieht, der dazu menschlich ebenso nett ist. Wegen dieser Kommentare war ich dann doch ziemlich enttäuscht, als mir Herr Schulze auf meine Frage am Ende, wie es denn verlaufen sei, antwortete, man könne leider an den Färbungen schon sehen, daß in den meisten Fällen in den Hodenkanälchen wohl nichts drin sei. Er hoffe natürlich dennoch, die ?Oasen in der Wüste? nachher unterm Mikroskop noch zu finden.
Ob es nun diese Auskunft war, oder auch das Ende der OP-Aufregung, oder der ziemlich rasch einsetzende Schmerz (das hätte eigentlich erst ein paar Stunden später kommen sollen, sagte mir die Schwester), wegen dem ich dann gleich Paracetamol nehmen mußte: Als ich oben ankam und bald darauf auch meine Frau ins Zimmer zurückkam, wurde mir zunächst schlecht und ich wurde ganz grün im Gesicht. Erst als ich wieder ganz flach lag und eine Salzinfusion bekam, wurde das wieder besser, aber dafür lockte die in Hamburg-Eppendorf offenbar besonders stark ausgeprägte Erdanziehungskraft nun ständig Tränenflüssigkeit aus meinen Augenhöhlen. Berta tröstete mich sehr lieb, aber mir war das in dem Dreier-Zimmer doch ziemlich peinlich, zumal das eine Pärchen sich betont "cool" gab und keine großen Gefühlsregungen zeigte. Immerhin war das andere dafür sehr nett, und Berta hatte sich mit der einen Ehefrau auch in der Wartezeit gut unterhalten können.
Auch wenn die Gesichtsfarbe nach einer Weile wieder zurück kam, war ich auch den Rest der Wartezeit bis kurz vor halb zwölf recht nah am Wasser gebaut - ging grad nicht anders, Coolness hin oder her. Dann kamen Schulze und Behne herein und verkündeten zunächst den Coolies, daß sie gleich mit ICSI anfangen könnten. Und dann kamen sie zu uns rüber. Ich war mir wirklich sicher, daß jetzt das Negativurteil käme, denn Schulze fing mit einer Redewendung an wie: "Ja, also bei Ihnen...", und dann ging es völlig überraschend weiter "da haben wir auch was gefunden, allerdings nicht sehr viele Spermien". Berta fragte völlig ungläubig "Wirklich??" und ich ebenso "Stimmt das wirklich??". Dann hat er uns alles erklärt - und gleich noch nebenbei bemerkt, daß er auch beim dritten Paar fündig wurde - und bei mir war dann diesmal Ungläubigkeits-, Erleichterungs- und Freudentränen dran. Etwas herumschluchzend habe ich dann den beiden erklärt, daß mir den Morgen über auch so viel Gefühle hochkamen, weil eben das in Hamburg alles so anders und vor allem so viel menschlicher ablief als in München, und ich glaube, da waren sie dann auch etwas gerührt.
Wir blieben dann noch bis kurz vor Schließung der Tagesklinik oben, damit ich keine Kreislaufprobleme nachher bekomme, und erhielt dann noch eine Spritze für den Flug, so daß ich da auch wirklich kaum Schmerzen hatte (und so sogar noch kurz im Glücksordner im Flughafen vorbeischauen konnte). Am nächsten Tag war es dann schon recht gut mit den Schmerzen, und es reicht - so wie heute - aus, nur etwas vorsichtiger beim Gehen zu sein. Wie mir meine Tierarztehefrau sagte, sei auch die Naht viel besser als in München gemacht, und dazu noch horizontal statt vertikal, so daß man später wohl kaum was sieht. Die beiden München-Narben bleiben natürlich wohl länger sichtbar... Und sogar bei den Suspensorien gibt es Nord-Süd-Unterschiede, denn das Isarstrand-Modell war nur aus Stoff und drückte so recht leicht, während das Modell "Reeperbahn" (oder "Copa Cabana", wie Schulze sagt) mit seinen Gummizugeinsätzen sich deutlich besser anpaßt.
Natürlich bin ich wohl inzwischen auch recht parteiisch und sehe mit all den Glückshormonen alles, was aus Hamburg kommt, etwas sehr rosig. Seit Freitag nachmittag schwebe ich nun so auf meiner Wolke herum, wo mich erstmal niemand runterholt. Es war halt so unerwartet, denn trotz aller Versuche einer 30%-Zuversicht waren wir beide doch ziemlich auf ein Negativ eingestellt, und jetzt ist es doch anders! Es kommt mir zur Zeit wirklich alles anders vor, weil ich mir schon - talentierter Pessimist, der ich bin - vieles ausgemalt hatte, auch wohl um durch die vermuteten ersten schweren Tage durchzukommen. Und jetzt sitze ich z.B. hier im Garten und schreibe diesen Bericht (mit dem alten Laptop offline, deswegen ganz ohne Smilies) und muß mir nicht überlegen, ob ich im "Glücksordner" eigentlich noch weiter dazugehöre, und wem ich nun was wie sage, und ob ich vielleicht irgendwie nicht doch mit DI zurechtkommen könnte, etc.
Um mit der Wolke wieder etwas in Erdnähe zu kommen, vielleicht noch etwas zum Ergebnis: Es sind also nur wenige Spermien gefunden worden, so daß es nicht sicher ist, wie viele ICSIs damit möglich sind (vielleicht nur zwei?). Fündig wurde Schulze nur auf der linken Seite, wobei man dort u.U. auch noch mehr Spermien finden könnte; rechts ist dagegen wohl definitiv nichts zu machen (bin ja auch eher ein Linker...). Wegen dieser besonderen Bedingungen hat uns Schulze auch zum FCH für die ICSI-Behandlung geraten, was wir trotz des langen Weges auch beherzigen werden. Zunächst sollen wir aber noch warten, bis in ca. sechs Wochen die Nachanalysen alle abgeschlossen sind. U.U. könnte es auch möglich sein, daß noch ein Weg gefunden werden könnte, mit dem medikamentös die Spermienproduktion angeregt werden könnte.
Marija, unser besonders lieber Frühstückswecker am Samstag vormittag, hat uns schon sehr aufgemuntert, daß bei Ihrem Mann das Ergebnis ganz ähnlich war, und so hoffen wir auch auf dasselbe Glück, zumal wir ja dann gleich beim FCH-Großmeister Dr. Fischer persönlich anfangen, um nicht anderswo Spermien nutzlos zershreddern zu lassen. Eigentlich scheint die Berta-Familie mütterlicherseits ziemlich fruchtbar veranlagt zu sein, so daß wir hoffen, daß trotz meines Handicaps diese Seite durchschlägt.
So viel für heute, das ist nun fast ein Kurzroman geworden, aber so eine zweite TESE ist halt schon was besonders aufregendes, und wenn es dann noch einigermaßen gut ausgeht, etwas ganz besonders schönes, was ich Euch mitteilen wollte, weil ich mich über Euere Unterstützung sehr gefreut habe.
Eine gute neue Woche wünscht Euch
B.
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anni79
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Registriert: 29 Mär 2005 15:09

Beitrag von anni79 »

Mr. des 17. Juni: WOW ich sitze hier und bin sehr gerührt von deiner Schilderung :cry: :cry: :cry: mir läuft ein kleines Tränchen die Wangen herunter und dabei habe ich ein wahnsinniges Glücksgefühl in mir denn ihr habt einen wichtigen Schritt gemacht zu eurem Wunschkind!! Herzlichen Glückwunsch von mir zu eurem positiven Ergebnis :dance: :dance: :dance: :dance: :dance:

Was für ein schönes Wochenende ich hinter mir habe ist eigentlich unbeschreiblich :wink: Suse ich danke dir für die SMS auch wenn ich sie erst heute morgen um 5 Uhr gelesen habe bevor ich erschöpft aber glücklich ins Bett gefallen bin :knuddel:

Die Hochzeit unserer Freunde war wunderbar...vielleicht erzähl ich euch morgen mal mehr davon...jetzt bin ich eigentlich nur müde und will ins Bett :roll:

Aber Lola willkommen zurück und ich bin gespannt auf deinen Kreta-Bericht :knuddel:

allen anderen einfach einen ganz lieben :knuddel: und ich wünsche euch allen eine gute Nacht...bis morgen
bis bald
Anni Bild

30.05.05 TESE bei Prof Schulze :D
4 ICSIs + 2 Kryos 08/05-03/08 negativ


Ich weigere mich, ohne Hoffnung zu sein. Nadine Gordimer (*1923), südafrikan. Schriftstellerin
choko
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Beitrag von choko »

Ach, lieber Berti,
was für eine rührselige, aber wirklich schöne rührselige Geschichte du geschrieben hast.

kiki und ich freuen uns sehr mit dir. Auch bei mir sind übrigens bei der Tese nicht sonderlich viele Spermien dabei gewesen (zwar auch nicht ganz wenig, aber eben auch nicht viel). Bei guten Biologen im Labor muss das ja noch gar nichts heißen!

Apropos: Schön, dass du jetzt auch zu den Fischi-Kandidaten gehörst. Es gibt ja auch noch einen eigenen Ordner für FCH-Fischer-PatientINNEN, in dem Anni und kiki auch mitschreiben. Vielleicht wäre das ja was für Berta. Oder sie lassen trotz ihres Namens - auch Männer ausnahmsweise mitschreiben. Da jedenfalls bekommt man alle Auskünfte rund um die Eigenarten und Besonderheiten der Fischerschen Behandlungsmethoden - und auch Behandlungseigenarten für Fernreisende. Bemerkenswerterterweise sind - bis auf Anni, die ja gerade erst dabei ist - alle Schreiberinnen im Fischi-Ordner schwanger :wink: . Also: herzlichen Glückwunsch zu der Entscheidung!

Aber wir werden ja sicher auch über den Glücksordner in Kontakt bleiben, der ja seinem Namen zur Zeit wirklich alle Ehre macht!!! :dance: :dance: :dance:

Grüße an alle
von choko
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