Hallo zusammen!
Mußte gerade mal erst alles hier lesen. Das dauert immer alles seine Zeit. Bin ja immer etwas in Zeitnot, wenn ich wieder arbeiten gehe. Möchte ja auch noch etwas von meinem Mann haben.
Gestern abend hatte ich noch ein richtiges Tief, bevor ich zur Arbeit gegangen bin und habe mich kräftig bei meinem Mann ausgeheult. Das tat so gut, einfach mal zu weinen und offen zu zeigen, daß es einem nicht so gut geht. Er hat dann auch zugegeben, daß er natürlich unser Engelchen nicht vergessen hätte, aber er würde versuchen nicht daran zu denken und dann wäre er auch nicht traurig. Er hat versucht, mir die Sicht der Männer etwas näher zu bringen, denn schliesslich würden sie am Anfang ja noch nicht so viel von der SS mitbekommen. Wir Frauen würden ja die Veränderungen spüren und deswegen wäre es für sie alle ja wesentlich irrealer. Das tat wirklich gut mal über seine Gefühle zu reden.
Leider war ich auch immer noch sehr nah am Wasser gebaut, als ich dann zur Arbeit fuhr und habe mich immer wieder ermahnt ganz tief durch zu atmen. Als der Aufzug dann in die 8. Etage fuhr, hat es mir fast den Hals zugeschnürt als ich die Schwangeren und Muttis sah. Aber da ich die Leute ja nicht kenne, konnte ich es ertragen. Die Differenzierung zwischen mir als Privatperson und den Patientinnen klappte hervorragend.
Dann kam ich ins Stationszimmer der Wöchnerinnenstation und meine Kolleginnen haben sich soooooooo sehr gefreut mich wieder zu sehen. Sie fragten nur, wie es mir gehen würde und mir kamen schon die Tränen.

Sie waren so verständnisvoll und lieb, daß wir einfach das Thema gewechselt haben und es ging alles gut. Ich muß dazu sagen, daß auf dieser Station mehrere Frauen arbeiten, die ungewollt Kinderlos geblieben sind oder selber schon mehrere Aborte hinter sich haben und wer sollte mich da besser verstehen können? Ich denke mir, daß sie schon geahnt haben, was los war, denn heute morgen kam die andere Schicht und die Stationsschwester nahm mich direkt in den Arm und freute sich, daß ich wieder da bin. Sie ist 50 und als sie KiWu hatte, gab es noch keine ICSI. Es tat Ihr sehr leid ohne das ich sagen mußte was los sei wußte sie, daß mein Körper wohl wieder gesund sei, aber mein innerstes nicht. Ich hätte sie knuddeln können für all das Verständnis. Dann war ich auf der Gyn.-Station und ich war froh, daß ich dort eine Kollegin hatte. Normalerweise muß ich Montags immer alleine arbeiten. Da lag jemand mit Abortus imminens. Ich hätte die Frau nicht sehen wollen. Ich stehe Menschen nach Abtreibungen halt immer sehr abwehrend gegenüber, denn einfach so ab zu treiben wäre für mich nie in Frage gekommen, nur weil der Zeitpunkt mir nicht passt.
Naja. Zurück zum Thema. Meine Kolleginnen dort haben sich auch sehr gefreut mich wieder zu sehen und natürlich haben sie auch gefargt, was denn los sei. Ihnen konnte ich dann noch mit Fassung erklären, daß ich noch nicht darüber reden möchte, da es noch zu sehr weh tut und ich sonst weinen müßte und es war absolut in Ordnung und man hat mich nur noch in den Arm genommen. Ich kann Euch nur sagen, daß das sehr gut getan hat.
Dann habe ich einen Oberarzt, mit dem ich mich sehr gut verstehe. Er war früher noch Assistenzarzt, als ich ihn kennenlernte. Er hatte gestern auch Dienst und somit kam er zu mir und wir haben uns lange unterhalten. Er und seine Frau sind ja auch in KiWu-Behandlung und haben ende Mai Ihr Kind in der 9.SSW verloren. Es tat sehr gut mit ihm darüber zu sprechen und wie er damit umgeht, wenn er Kinder auf die Welt holt etc. Ich hatte ihm von meinem Horrortrip im anderen KH erzählt und er meinte nur, daß ich hätte zu ihm kommen sollen und ich wäre seine Privatpatientin gewesen. Echt lieb. Er meinte, es hätte ja nichts am Ausgagng geändert, aber meiner Seele hätte es bestimmt besser getan.
Soweit nun mein Bericht.
Liebe Veronica!
Nur ganz kurz. Ich hoffe ganz stark, daß das zeiehen und sämtliche anderen Symtptome gute Symptome sind un Du einen positiven Test bekommst. Müdigkeit ist gut.

Allerdings weiß ich auch nicht, wie sich die HCG-Spritzen auf so etwas auswirken. Ich denke jedenfalls ultra feste an Dich und wünsche es Dir wirklich sehr.
So. Für mehr habe ich gerade keine Zeit und ich wünsche Euch allen noch einen schönen Abend und einen hoffentlich erholsamen Schlaf.